Mordfall Iuliana Elena R.



Viersen / Nordrhein-Westfalen


Mordfall Iuliana Elena R.


Im Casinogarten in Viersen ( Kreis Viersen ) kam es am Montagmittag, den 11. Juni 2018 gegen 12.15 Uhr, zu einer schweren Gewaltstraftat an einer 15-jährigen rumänischen Staatsangehörigen, welche auf den Namen Iuliana Elena hört. In der Folge dieser Gewaltstraftat verstarb das Mädchen nur sehr kurze Zeit nach ihrer Einlieferung in ein Krankenhaus, an den zahlreichen schweren Schnitt- und Stichverletzungen.

Gegen 12.15 Uhr befand sich das Mädchen mit ihrem ehemaligen Beziehungspartner, dem 17-jährigen bulgarischen Staatsangehörigen Matyu K., und weiteren Personen, welche zumindest teilweise der Trinkerszene angehören, im Casinogarten, einem zentral gelegenen Parkgelände der Stadt Viersen. Iuliana und Matyu führten über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren eine Beziehung und das Mädchen hatte sich vor kurzer Zeit von dem möglicherweise mit Zigeunergenen behafteten Bulgaren getrennt. Deshalb sollte es auf Wunsch von Matyu K. zu einer Aussprache zwischen den Beiden kommen. Da sich das Mädchen jedoch nicht mehr zu einer Fortsetzung der Beziehung hinreissen lassen wollte, verlor Matyu K. die Kontrolle über sich und fügte dem Mädchen mit einer Vielzahl an Messerstichen lebensgefährliche Verletzungen zu. Das Mädchen brach kurz darauf zusammen und von den inzwischen aufmerksam gewordenen weiteren anwesenden Personen wurde sodann ein Rettungswagen und die Polizei verständigt. Matyu K. ergriff daraufhin die Flucht.

Nachdem das bereits bewusstlose Mädchen zunächst am Tatort eine Erstversorgung erhielt, wurde sie anschliessend dann mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus verbracht. Allerdings konnte dem Mädchen aufgrund der Vielzahl und auch der Schwere der Stich- und Schnittverletzungen niemand mehr helfen. Sie verstarb unmittelbar im Anschluss an ihre Einlieferung in das Krankenhaus.

Durch die Polizei wurde bereits kurze Zeit nach dem Tatgeschehen eine Grossfahndung nach dem Täter eingeleitet, der von den ebenfalls in dem Parkgelände anwesenden Personen als ein etwa 20-jähriger Mann mit einem nordafrikanischen oder südländischen Erscheinungsbild beschrieben wurde. Im Rahmen dieser Fahndungsmassnahmen kam es nun zu einem Vorfall, bei der ein 25-jähriger türkischer Staatsbürger von Polizeibeamten kontrolliert werden sollte. Dieser ergriff jedoch dann die Flucht. Aus diesem Grund rückte er in einer ersten Einschätzung der Polizeibeamten als möglicher Täterverdächtiger in den Mittelpunkt. Es wurde nun nach diesem Mann gefahndet, der aber zunächst nicht mehr ergriffen werden konnte. Am Abend stellte sich der Mann jedoch bei der Polizei in Viersen und wurde zunächst einmal ins Gewahrsam genommen. Im Rahmen eines nun stattgefundenen Verhörs stellte sich jedoch dann heraus, dass der Mann mit dem Messerangriff auf das Mädchen nicht im Zusammenhang steht und er andere Gründe dafür hatte, weshalb er sich der Kontrolle durch die Polizeibeamten entziehen wollte. Zum Zeitpunkt der Kontrolle befand er sich im Besitz von Drogen, welche er mitführte. Deshalb ergriff er dann die Flucht. Am sehr späten Abend wurde er dann wieder aus dem Gewahrsam entlassen.

Nun rückte der ehemalige Beziehungspartner Matyu K. in den Mittelpunkt der Mordkommission und es fiel sehr schnell auf, dass er nicht auffindbar war. Offensichtlich hatte er sich abgesetzt oder war wenigstens abgetaucht. Noch in den Nachtstunden zum heutigen Dienstag, den 12. Juni 2018, wurde eine europaweite Fahndung nach dem nunmehr tatverdächtigen Matyu K. eingeleitet. Man vermutete ihn aber primär in den benachbarten Niederlanden. Die Landesgrenze zu den Niederlanden ist nur wenige Kilometer von Viersen entfernt. Am heutigen Dienstagmittag stellte sich der gesuchte, ebenfalls in Viersen wohnhafte 17-jährige Jugendliche dann aufgrund des hohen Fahndungsdrucks gemeinsam mit seiner Rechtsanwältin bei der Polizei in Mönchengladbach. Er ist bereits wegen Körperverletzungen und zahlreicher anderer Straftaten polizeilich in Erscheinung getreten.

Inzwischen konnte die Polizei Viersen auch eine Nachricht des Matyu K. an eine Bekannte sicherstellen, in der er den Mord an dem Mädchen bereits vorab ankündigt. In der Nachricht äusserte er bereits, dass er das Mädchen abstechen werde.

Der junge Mann wird sich nach einer ersten Anhörung durch Polizei und Staatsanwalt, auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ( Rheinbahnstrasse 1, 41063 Mönchengladbach ) einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Viersen ( Dülkener Strasse 5, 41747 Viersen ) zu stellen haben, der dann einen Untersuchungs-Haftbefehl erlässt und aufgrund von Fluchtgefahr in Vollzug setzt. Als Begründung dürfte hierbei die Schwere der Tat ausreichen, welche die Fluchtgefahr untermauert. Die Tatsache, dass er sich am heutigen Mittag selber stellte, bedeutet nicht, dass deshalb nun keine Fluchtgefahr mehr bestünde. Der Jugendliche hat mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren zu rechnen und aufgrund der vorangekündigten Tathandlung muss hier von einem Tötungsvorsatz ausgegangen werden, insbesondere auch deshalb, weil er ein Messer zum Tatort mitführte. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich der Urteilspruch auch in diesem Rahmen um die zehn Jahre Freiheitsentzug bewegt. Mit weniger als acht Jahren ist jedenfalls keinesfalls zu rechnen. Eine solche Zeitspanne bietet einen sehr hohen Fluchtanreiz für den Täter, sobald er dieses erstmal realisiert hat.






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