Frankfurt am Main / Hessen


Mordfall Irina A.


Am frühen Mittwochmorgen des 9. Mai 2018, gegen 6.30 Uhr, wurde von einem Spaziergänger im Volkspark Niddatal ein blutverschmierter weiblicher Leichnam aufgefunden, bei dem es sich augenscheinlich um den Leichnam einer jungen Frau handelte, welche in einer ersten Presseveröffentlichung auf 20 bis 25 Jahre geschätzt wurde. Aufgrund der Auffindesituation des Leichnams musste darüber hinaus von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden, welchem die junge Frau zum Opfer gefallen ist. Ein Sexualverbrechen wurde zunächst einmal ausgeschlossen, da der Leichnam der jungen Frau vollständig bekleidet war.

Da bei dem Leichnam keine Personalpapiere aufgefunden wurden und auch keine übereinstimmende Vermisstenmeldung vorhanden war, deshalb wurde zunächst einmal eine Personenbeschreibung der verstorbenen jungen Frau an die Öffentlichkeit gegeben, zum Zweck der Identifizierung des Leichnams. Nach meinem Kenntnisstand war es dann der Donnerstagmorgen des 10. Mai 2018, als der aufgefundene Leichnam unzweifelhaft einer neunundzwanzigjährigen Frau mit dem Namen Irina A. zugeordnet werden konnte, welche auch in Frankfurt am Main wohnhaft war. Auch wurde auf einem in der Nähe des Leichenfundort befindlichen Parkplatz ein weisser Mercedes SUV aufgefunden und sichergestellt, welcher sich im Besitz der jungen Frau befand. Allerdings wurde eine gelbe Handtasche vermisst, welche die Frau in der Regel mit sich führte und die nicht auffindbar gewesen ist. Ob sie inzwischen aufgefunden wurde, vermag ich nicht zu beurteilen.

Im Rahmen einer Obduktion wurde festgestellt, dass die junge Frau mit zahlreichen Messerstichen in den Kopf und in den Oberkörper ermordet wurde. Eine Sexualstraftat konnte auch hier nicht festgestellt werden.

Nun wurde bekannt, dass die ermordete junge Frau am 8. Juni 2018 als Angeklagte in einer Gerichtsverhandlung erscheinen sollte. Ihr wurde zur Last gelegt, das sie fälschlicherweise behauptet habe, dass es in der Gaststätte First Inn ( Hochstrasse 53, 30313 Frankfurt am Main ) im Rahmen von Silvesterfeierlichkeiten im Jahr 2016 zu sexuellen Übergriffen durch Arabergruppen gekommen wäre. Darüber hinaus war auch der Betreiber der Gaststätte angeklagt, Jan Mai, weil dieser die Darstellungen von Irina A. stützte.

Jan Mai geriet auch sehr schnell ins Visier der ermittelnden Polizeibeamten der Mordkommission und sollte bereits frühzeitig verhaftet werden. Allerdings hatte er ein vermeintlich wasserdichtes und glaubhaftes Alibi. Deshalb mussten die Mordermittler zunächst noch von einer Inhaftierung absehen. Im Verlaufe des 11. Mai 2018 konnte jedoch dann eine am Tatort aufgefundene Blutspur ganz unzweifelhaft mit dem in Verdacht geratenen Jan Mai in den Zusammenhang gebracht werden. Das DNS-Profil der aufgefundenen Blutspur passte zum Profil des Jan Mai und deshalb wurde er am frühen Abend des 11. Mai 2018 auch verhaftet. Damit war dann auch das vermeintliche Alibi nicht mehr glaubhaft.

Die Polizei vermutet, dass sich Irina A. und Jan Mai in den Abendstunden des 8. Mai 2018 zu einem gemeinsamen Spaziergang im Niddapark getroffen haben. Im Verlaufe dieses gemeinsamen Spazierganges kam es dann vermutlich zu einem Streit zwischen den beiden Personen, in deren Folge Jan Mai die junge Frau mit einer Vielzahl an Messerstichen tötete. Nachdem die Frau verstorben war, zog er den Leichnam auf eine angrenzende Wiese, damit dieses Gewaltverbrechen nicht so schnell entdeckt wird und er ein wenig Zeit hat, um sich ein Alibi zu verschaffen.

Am Nachmittag des 12. Mai 2018 wurde er dann dem zuständigen Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main ( Gerichtsstrasse 2, 60313 Frankfurt am Main ) vorgeführt. Dieser erliess den von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ( Konrad-Adenauer-Strasse 20, 60313 Frankfurt am Main ) beantragten Untersuchungs-Haftbefehl und setzte ihn in Vollzug. Anschliessend wurde Jan Mai in eine Justizvollzugsanstalt ( JVA ) eingewiesen.



An der zuvor ausgeführten polizeilichen Vermutung lässt mich ein Punkt zweifeln. Laut deren Ausführungen soll es zu einem Streitgeschehen zwischen den beiden Personen gekommen sein, in deren Folge Jan Mai derart ausrastete, dass er sein Mordopfer mit einer Vielzahl an Messerstichen in den Kopf und in den Oberkörper tötete.

Für mich hört es  sich ein wenig so an, als wenn der arme Mann überhaupt nichts dafür konnte. Weshalb führte er denn eigentlich ein Messer mit sich, wenn er sich mit einer jungen Frau zu einem Spaziergang im Niddapark trifft ? Ich selbst führe niemals ein Messer mit mir, wenn ich irgendwo hingehe, geschweige denn zu einem gemeinsamen Spaziergang mit einer Frau. Ein Messer kann man vielleicht nachvollziehbar dann mitnehmen, wenn man mit der Familie oder Freunden auf Wanderschaft durch die Wälder streift, keinesfalls aber zu einem gemeinsamen Spaziergang mit einer Frau.  Wozu braucht der Hampelmann ein Messer, wenn er sich mit einer jungen Frau zum Spaziergang trifft ? Meines Erachtens muss hier ganz unzweifelhaft von einem Tötungsvorsatz ausgegangen werden und in einem solchen Fall dreht sich auch die Beweislast um, so denke ich. Jan Mai soll nachvollziehbar belegen, weshalb er an diesem Abend ein Messer mit sich führte. Andernfalls gehe ich ganz unzweifelhaft von einem Tötungsvorsatz aus und vermute, dass er die junge Frau in den Niddapark lockte um sie vorsätzlich zu ermorden, aus welchen Gründen auch immer. Nur zu diesem Anlass führte er das Messer mit sich.






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